geändert am 8.4.2005 - Version Nr.: 1. 3

Rhetorik

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Bild
In der Literaturkritik fasst man unter dem Begriff Bild alle bildlichen und bildhaften Ausdrucksweisen. Häufig wird auch der Begriff Metapher verwendet.

Chiffre
Eine Chiffre ist Begriff oder Phrase, der oder die wiederholt in bestimmten Zusammenhängen auftaucht. Zum Beispiel verwendet Trakl "blau" zusammen mit "Wild", "Steppe", während für G. Benn "blau" "das Südwort schlechthin" ist. Das Chiffre ist also eine Eigenart des Dichters und muss vom wohlgesonnenen Leser speziell entziffert (= dechiffriert) werden.

Euphemismus
Etwas Schreckliches oder Feindliches wird gegenteilig bezeichnet. Der Euphemismus ist der Anti-Vergleich, wie der Ausdruck "Kap der guten Hoffnung" zeigt.

Metapher
Die Metapher ist ein wichtigste uneigentliche Sprachform. In ihr wird  ein bestimmter Begriff in einen ursprünglich fremden Bedeutungsbereich übertragen. Dieses Stilmittel findet sich zum Beispiel in den Ausdrücken wie "das Meer des Lebens" oder "der Strom des Lichts". -> siehe Bild.

Metonymie (pars pro toto)
Hier steht steht das Besondere für das Allgemeine, wenn mit dem "Herd" für Haus und Familie oder mit dem "weißes Haar" für das Alter beschrieben wird.

Oxymoron
Verbindung zweier sich ausschließender Vorstellungen wie die "bittere Süße" oder die "schwarze Milch der Frühe". Das Stilmittel findet sich oft in bildhaften Vergleichen.

Perspektive
Die Perspektive ist der Standort des Erzählers, von dem aus ein Geschehen geschildert wird. Ein oft eingenommene Perspektive ist das Gedicht-Ich oder der Erzähler.

Symbol
In einem konkreten Gegenstand ("Kreuz, Ring") wird ein allgemeiner Sinnzusammenhang sichtbar. Manchmal spricht man auch von Emblem, wenn einem bestimmten Zeichen ein bestimmter Sinn zugeordnet ist. Zum Beispiel ist die Palme ein Sinnbild der Treue. Spezielle Symbolformen sind Synekdoche und Metonymie (pars pro toto): Im letzteren Fall steht das Besondere für das Allgemeine, wenn mit dem "Herd" für Haus und Familie oder mit dem "weißes Haar" für das Alter beschrieben wird. Beim erstgenannten Begriff steht umgekehrt das Allgemein für das Besondere, wenn zum Beispiel  das "Sterbliche" den Menschen symbolisiert.

Synekdoche 
Hier steht das Allgemein für das Besondere, wenn zum Beispiel  das "Sterbliche" den Menschen symbolisiert.

Topos
Topi sind "feste Cliche's oder Denk- und Ausdrucksschemata" (R. Curtius), die aus der antiken Literatur übernommen wurden. Ein Beispiel ist der "locus amoenus", der als fertige Landschaftsszenerie eine Idylle mit Wiesen, Wald, Quellen und Vogelsang umfasst. Die  japanische Lyrik kennt strenger sogar die real existierenden uta-makura-Orte, die immer wieder von Dichtern beschrieben werden. 

Vergleich
Eine Sache wird mit einer anderen verglichen: "Fest wie ein Baum stand er." Spezielle Formen sind
- Euphemismus: Etwas Schreckliches oder Feindliches wird gegenteilig bezeichnet. Der Euphemismus ist der Anti-Vergleich, wie der Ausdruck "Kap der guten Hoffnung" zeigt.
- Oxymoron: Verbindung zweier sich ausschließender Vorstellungen wie die "bittere Süße" oder die "schwarze Milch der Frühe". Das Stilmittel findet sich oft in bildhaften Vergleichen.

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